Wenn selbst der Müll elektrisch fährt…

Wenn selbst der Müll elektrisch fährt…

Der Elektroantrieb erobert ständig neue Bereiche unseres Alltags – jüngstes Beispiel: die Müllabfuhr. Ort des Geschehens: Graz, Hauptstadt der grünen Steiermark. Die 290.000-Einwohner-Stadt macht „ihrem“ Bundesland alle Ehre: Denn ab nächstem Jahr wird dort ein vollelektrischer und somit komplett emissionsfreier Müllwagen seine Runden drehen. Wenn man bedenkt, dass in einer Stadt dieser Dimension die Müllabfuhr praktisch permanent unterwegs ist, so kann man erahnen, welche CO2-Entlastung das ergibt.

Hinter der innovativen Idee steckt der Entsorgungsspezialist „Servus“, ein Gemeinschaftsunternehmen der Holding Graz und der Saubermacher AG. Als erster Abfallwirtschaftsbetrieb Österreichs testet Servus derzeit einen vollelektrischen Pressmüllwagen, der bereits 2021 regulär im Einsatz sein soll.

Grazer Stadtpolitiker und die Servus-Chefs sind stolz auf "ihre" vollelektrische Müllabfuhr.

Servus hat bereits Erfahrung mit alternativ angetriebenen Kommunalfahrzeugen: Schon jetzt nutzen die Grazer zwei gasbetriebene Abfall-Sammel-Lkw und ein Fahrzeug mit elektrischem Pressaufbau. „Die elektrische Abfallpresse, die die Behälter entleert und den Abfall verdichtet, reduziert den CO2-Ausstoß um rund zehn Tonnen pro Jahr und zeigt das hohe Potenzial, das in einer Umstellung auf alternative Antriebsformen steckt“, erläutern die beiden Servus-Geschäftsführer Frank Dicker und Harald Posch.

Die vollelektrische Müllabfuhr ist nun der nächste Schritt. Der Lkw stellt eine absolute Neuheit am österreichischen Nutzfahrzeugmarkt dar und ermöglicht eine vollständig emissionsfreie und darüber hinaus extrem leise Abfallsammlung bei selber Leistung wie mit herkömmlichen Diesel-Fahrzeugen. Getankt wird ausschließlich umweltfreundlicher Öko-Strom. Die zwei im E-Lkw eingebauten Batterien haben eine Kapazität von 340 kWh, das reicht für einen ganzen Einsatztag.

„Die Umstellung der Müllsammelfahrzeuge auf alternative Antriebstechnik ist ein wesentlicher Beitrag zur Klimaschonung und zur Steigerung der Lebensqualität in Graz“, ist Umweltstadträtin Judith Schwentner überzeugt. Auch für andere heimische Städte wäre das wohl ein attraktives Modell. Doch billig ist das Ganze nicht: Ein vollelektrischer Lkw kostet rund das Dreifache eines konventionellen Abfall-Sammel-Lkw mit Dieselantrieb. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie und der daraus folgenden Wirtschaftskrise werden daher entsprechende Fördermaßnahmen notwendig sein.

Fotoquelle: Pixelmaker

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