Turbo-Lader

Turbo-Lader

Er ist ein ganz ein Flotter, der neue Kia EV6, und so viel gleich vorweg: mit Abgasen hat dieser „Turbo-Lader“ rein gar nichts am Hut. Wie denn auch, ist ja schließlich ein reinrassiger Elektriker – genau genommen sogar das erste von Grund auf als Elektroauto konzipierte Modell von Kia. Turbo-Lader ist vielmehr eine Anspielung auf das hohe Tempo, das der Wagen beim Laden seiner Batterie an den Tag legt. Vorausgesetzt, man findet eine Ladestation, die des 800-Volt-Ultra-Schnellladens mächtig ist. Soll‘s ja geben, immerhin setzt auch Porsche beim Taycan auf diese flinke Technologie.

18 Minuten von 10 auf 80 Prozent Ladestand verspricht Kia beim EV6. Sportlich! Die Power für 100 Kilometer Reichweite kann in weniger als viereinhalb Minuten in den Akku gepresst werden. Alle Achtung, da geht sich während des Tankens nicht mal mehr ein Kaffee aus, wenn er heiß ist. Schön langsam bewegen wir uns beim Stromladen also in die Zeitdimensionen des Spritnachfüllens.

Schaut schnittig aus und setzt Maßstäbe bei der Ladedauer: der neue Kia EV6

In punkto Schnellkraft hat uns der EV6 also schon mal überzeugt, wenn man den Herstellerangaben Glauben schenken darf. Doch was hat er in punkto Ausdauer zu bieten? Bis zu 510 Kilometer Reichweite (nach WLTP) versprechen die Koreaner, wobei man bei den zahlreichen Konfigurationsmöglichkeiten schon mal den Überblick verlieren kann. Also, versuchen wir mal Ordnung rein zu bringen: Es gibt den EV6 in drei verschiedenen Ausstattungsniveaus, mit zwei unterschiedlichen Akkugrößen und fünf verschiedenen Motorleistungen. Und zwischen Heck- und Allradantrieb kann der Kunde auch noch wählen. Na Bumm, da ist viel Entscheidungsfreudigkeit gefragt!

Die genannten 510 Kilometer Reichweite schafft übrigens nur die Version mit Heckantrieb, großem Akku und 229 PS. Generell reicht das Leistungsspektrum des EV6 von 170 bis 585 (!) PS. In sämtlichen Allradmodellen kommen zwei Elektromotoren zum Einsatz, einer vorn, einer hinten. Die stemmen in der Topversion gemeinsam ein Drehmoment von unfassbaren 740 Nm, was die Tachonadel aus dem Stand nach nur 3,5 Sekunden an der 100 km/h-Markierung vorbeischnellen lässt. Man sieht also: Nicht nur beim Laden ist der Koreaner flott!

170 bis 585 PS, Heck- oder Allradantrieb, drei Ausstattungsniveaus: Der Kia EV6 punktet mit großer Variantenvielfalt.

Der Wagen glänzt aber nicht nur mit seiner Fitness – er ist darüber hinaus auch sehr praktisch veranlagt. Dafür sorgt etwa die clevere „Vehicle-to-Load“-Funktion (V2L), mit der Energie aus der Fahrzeugbatterie „abgezapft“ werden kann. Wozu das gut sein soll? Naja, man kann damit zum Beispiel einen Fernseher und eine Klimaanlage gleichzeitig 24 Stunden lang betreiben. Und weil der EV6 auch Anhänger mit bis zu 1,6 Tonnen Gewicht ziehen kann, qualifiziert er sich sogleich als optimaler Camping-Begleiter. Die V2L-Funktion hat aber noch eine weitere, sehr praktische Komponente: Der EV6 kann damit auch als Stromspender für andere Elektroautos dienen. Da läuft doch im Kopfkino gleich der Film mit der jungen, verzweifelten Blondine ab, die mit leerem Akku liegen geblieben ist und am Straßenrand auf ihren Retter wartet…

Doch zurück zur Realität und zu weiteren intelligenten Features des EV6: Wie etwa jene zur Energierückgewinnung. Neben der bekannten Bremsrekuperation (hier in 5 Stufen variierbar) nutzt der Wagen nämlich auch die Abwärme der Fahrzeugkühlung – die wird mittels Wärmepumpe in Energie und somit in zusätzliche Reichweite verwandelt. Auch im Bereich der allseits so beliebten Fahrer-Assistenzsysteme hat der EV6 so einiges zu bieten: Stauassistent, Autobahnassistent, Ausstiegsassistent, Remote Parkassistent, alles an Bord, ebenso wie ein Head-up-Display mit Augmented Reality und zwei großen, gewölbten 12-Zoll-Bildschirmen.

Der Innenraum kann sich absolut sehen lassen. Kaum zu glauben, dass man auf recycelten Plastikflaschen sitzt.

Innen herrscht aber nicht nur Hightech, sondern auch ein geräumiges und gemütliches Ambiente. Der lange Radstand sorgt für ein ähnlich großzügiges Raumangebot wie in einem Mittelklasse-SUV. Der Kofferraum fasst mindestens 520 Liter, bei umgelegten Rücksitzlehnen sogar bis zu 1.300. Nachhaltiges Detail am Rande: Die Sitzbezüge sind aus recyceltem Kunststoff, die Passagiere nehmen quasi auf 111 wiederverwerteten Plastikflaschen Platz.

Wie so oft bei neuen Modellen müssen wir bei der Preisfrage vorerst passen: Dazu schweigt sich Kia noch aus. Was man aber schon weiß: In Österreich kommt der Wagen im Herbst auf den Markt, im Internet kann man ihn schon vorreservieren.

Fotoquelle: Kia

Schreibe einen Kommentar

powered by