Toyota gibt ganz schön Stoff

Toyota gibt ganz schön Stoff

2015 hat Toyota die erste Version seines Brennstoffzellen-Modells Mirai nach Europa geschickt. Jetzt, gut fünf Jahre später, fährt der rundum verbesserte Nachfolger der Wasserstoff-betriebenen Limousine vor. Nicht nur, dass der Wagen nichts weiter als Wasserdampf ausstößt, er präsentiert sich sogar als „mobiler Lufterfrischer“ – was zunächst skurril klingt, ist durchaus auf Fakten begründet:  Tatsächlich hinterlässt der Mirai die Umgebungsluft, die er während der Fahrt aufnimmt, sauberer, als er sie vorgefunden hat. Dieser Reinigungseffekt basiert auf einem speziellen Filter, der nach dem Katalysatorprinzip arbeitet. Aus der Luft, die zur Versorgung der Brennstoffzelle eingesogen wird, fängt ein elektrisch geladenes Vlies-Element mikroskopisch kleine Partikel ab – darunter Schwefeldioxid, Stickoxide und andere Nanopartikel. Effektiv bleiben 90 bis 100 Prozent dieser Teilchen hängen. Saubere Sache, nicht wahr?

Der neue Mirai punktet nicht nur mit erhöhter Reichweite, sondern auch mit knackigem Fahrverhalten.

Auch in punkto Alltagstauglichkeit hat Toyota sein Wasserstoff-Auto deutlich optimiert: So steigt die Reichweite um rund 30 Prozent auf gut 650 Kilometer. Wie das geht? Nun, zunächst bietet die ausgeklügelte Plattform jetzt Platz für drei statt bisher zwei Wasserstofftanks, gleichzeitig wurde auch die Aerodynamik deutlich verbessert. Die neue Fahrzeugarchitektur hat aber noch mehr Vorteile: Weil die Brennstoffzelle neuerdings vom Fahrzeugboden unter die Motorhaube gewandert ist – also dorthin, wo auch konventionell angetriebene Fahrzeuge ihren Motor haben – wächst der Innenraum und bietet nun fünf Personen Platz. Die Hochvoltbatterie und der Elektromotor wiederum sitzen über der Hinterachse, was dem heckgetriebenen Mirai eine ausgewogene Gewichtsverteilung von jeweils 50 Prozent an Vorder- und Hinterachse beschert. Dazu sinkt der Schwerpunkt. Autofans wissen, was das heißt: nämlich eine ansprechende Fahrdynamik, die nicht nur für ein gutes Gewissen, sondern auch für Fahrspaß sorgt.

Vorne (hier links) sitzt die Brennstoffzelle, hinten Akku und Elektromotor, dazwischen die T-förmig angeordneten Tanks.

Die drei T-förmig angeordneten Hochdruck-Wasserstofftanks zeichnen sich durch ihre stärkere, mehrlagige Konstruktion und ihr geringes Gewicht aus. Der größte dieser Wasserstoffspeicher befindet sich in Längsrichtung mittig unter dem Fahrzeugboden, die beiden kleineren sitzen quer unter den Rücksitzen und dem Gepäckraum. Ihre tiefe Einbauposition trägt zum niedrigen Schwerpunkt des neuen Toyota Mirai bei und wirkt sich auch auf das Kofferraumvolumen positiv aus. Die Gesamtkapazität der Tanks steigt auf 5,6 Kilogramm. Die Batterie findet dank ihrer raumsparenden Bauweise hinter den Rücksitzen Platz, ohne das Ladevolumen des Kofferraums einzuschränken.

Alles in allem also sehr clever, dieser Mirai – hätten wir in Österreich schon ein flächendeckendes Wasserstoff-Tankstellennetz, so stünde einem Erfolg des Japaners wohl nichts im Weg.

Fotoquelle: Toyota

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