Klimaschützer von Beruf

Klimaschützer von Beruf

Die Elektromobilität hält auch in der Welt der Nutzfahrzeuge immer mehr Einzug. Und das ist gut so! Ist doch der umweltschonende Effekt bei diesen ständig im Einsatz befindlichen Kilometerfressern umso größer. Lieferwagen, Baustellenfahrzeug, Kleintransporter: Die Modelle sind zwar nicht so sexy wie ihre Pkw-Brüder – stattet man sie jedoch mit einem Elektroantrieb aus, sind sie quasi Klimaschützer von Beruf. Die neuen Helden des Alltags!

Erst kürzlich ist ein weiterer Stromer für den beinharten Berufsalltag auf den Markt gekommen. Von Volkswagen – und irgendwie doch auch nicht. Was das heißen soll? Nun, die Basis stammt sehr wohl von den Wolfsburgern. Und es geht dabei nicht um irgendeinen Transporter, sondern um DEN Transporter. Das ist nämlich seit mittlerweile 70 Jahren die offizielle Modellbezeichnung für das, was wir landläufig als VW-Bus kennen. Abgekürzt wird es schlicht mit T, gefolgt von einer Ziffer für die Modellgeneration. Der T1 lief ab 1950 vom Band, Fans nannten und nennen ihn heute noch liebevoll „Bulli“.

Der e-Transporter ist genauso praxistauglich wie sein Verbrenner-Kollege.

Doch genug der Nostalgie! Seit 2019 ist die Generation 6.1 im Einsatz (man merkt schon, dass sich auch die Autobauer inzwischen an die Versionsbezeichnungen aus der Softwarebranche anlehnen). Und damit sind wir wieder beim Thema. Denn diesen Volkswagen T 6.1 hat sich ABT geschnappt, um ihm seine Eingeweide rauszureißen und ihm kurzerhand einen Elektroantrieb einzupflanzen. Die Firma ABT mit Sitz im bayerischen Kempten ist sowas wie der Haus- und Hof-Tuner des VW-Konzerns. Normalerweise legen die Bayern leistungsstarke Audis tiefer, schweißen einen Heckspoiler im Ausmaß eines Bügelbretts an und montieren riesige, glänzende Leichtmetallfelgen.

Doch ABT kann auch anders. In den letzten Jahren sind die Edeltuner immer häufiger damit aufgefallen, konventionelle Verbrenner-Modelle auf E-Antrieb umzurüsten. So gibt es den ABT e-Caddy schon länger, und nun steht eben der ABT e-Transporter am Start. Und der ist genauso praktisch wie sein Abgas ausstoßender Kollege.

Die Instrumente wurden für den e-Transporter etwas modifiziert. Tacho bis 240 finden wir leicht übertrieben.

Der lange Radstand sorgt für ein Laderaumvolumen von 6,7 m³ oder 9 Personen, die maximale Nutzlast beträgt rund eine Tonne. Der Motor im e-Transporter leistet 83 kW (113 PS), stemmt 200 Nm Drehmoment und bringt den Wagen je nach Ausführung auf 90 oder 120 km/h Topspeed. Die Reichweite gibt ABT mit bis zu 138 Kilometern an (nach WLTP), was uns jetzt nicht vom Hocker reißt, aber für den Gewerbebetrieb, den Zustelldienst oder auch den Schülertransport im urbanen Umfeld wohl ausreicht. Und dafür ist der „Elektro-Bulli“ der jüngsten Generation schließlich auch gedacht. Ladedauer: 5,5 Stunden an der gewöhnlichen Wallbox, an der Schnell-Ladestation ist der Akku in 45 Minuten zu 80 Prozent voll.

Die Familie wächst: links der e-Transporter, rechts der e-Caddy

Was der Spaß kostet? Nun, los geht’s bei rund 45.000 Euro für den Kastenwagen. Leasen geht natürlich auch.

Fotoquelle: ABT

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