Frisches Futter für das Arbeitstier

Frisches Futter für das Arbeitstier

So ein richtiger Schwerarbeiter braucht was gscheits zum Essen, sagt man. Ein gestandenes Nutzfahrzeug ist also ohne eine deftige Portion Diesel nur ein schwachbrüstiges Spuckerl? Nun ja, bis vor wenigen Jahren war das wohl die gängige Ansicht. Heute ist das zum Glück ganz anders. Und seitdem sich neuerdings sogar der Godfather of heavy duty, der Ford Transit, mit leichterer Kost zufrieden gibt, ist die Zeitenwende wohl endgültig eingeläutet.

Auch im Nutzfahrzeugsektor hält der Elektroantrieb zunehmend Einzug - der "Platzhirsch" Ford Transit zieht mit.

Zu den Fakten: Ford hat kürzlich den neuen E-Transit vorgestellt – sozusagen die „Stromotarier“-Variante des europaweit meistverkauften Transporters im 2-Tonnen-Segment. Man kann sich vorstellen, wie stark bei solchen Absatzvolumina der CO2-Fußabdruck schrumpft! Der E-Transit ist eine komplette Neuentwicklung, die im Unterboden verbauten Lithium-Ionen-Akkus haben eine Kapazität von 67 Kilowattstunden (kWh). Das langt nach WLTP-Norm für bis zu 350 Kilometer Reichweite. Gleichzeitig bleibt das Laderaumvolumen vollkommen unberührt, wie seine Verbrenner-Brüder schluckt auch der E-Transit bis zu 15,1 Kubikmeter Fracht! Die Kunden haben die Auswahl aus insgesamt 25 Konfigurations-Möglichkeiten, basierend auf drei Radständen und zwei Dachhöhen – je nach Bedarf als Kastenwagen oder als Fahrgestell für maßgeschneiderte Aufbauten. Die Nutzlast beträgt bei Kastenwagen-Modellen bis zu 1.616 Kilo, bei Fahrgestellen bis zu 1.967. Dazu ist der E-Transit richtig clever: So bietet er beispielsweise eine Option, die das Fahrzeug zu einer mobilen Stromquelle für externe Werkzeuge und Akkus macht. Wer sich jetzt denkt: „Den muss ich haben!“, der sei noch etwas vertröstet. In Europa rollt der neue E-Transit frühestens im Frühjahr 2022 in die Händler-Schauräume.

Eine Schnell-Ladefunktion bietet der E-Transit natürlich auch.

Schwachbrüstig ist das strombetriebene Arbeitstier übrigens keineswegs: Sein Elektromotor mobilisiert 269 PS und ein Drehmoment von 430 Nm – diese Werte machen den E-Transit zum europaweit leistungsstärksten Transporter in seinem Segment. Die Kraft wird über die Hinterräder auf die Straße gebracht. Die drei Antriebsmodi – „Normal“, „Rutschig“ und „Eco“ – sind voll und ganz auf den elektrischen Antriebsstrang zugeschnitten. So kann etwa der Flottenmanager den „Eco“-Mode als Standard setzen und damit das Ansprechverhalten und die Höchstgeschwindigkeit reduzieren. Daraus ergibt sich dann nicht nur ein Gewinn an Sicherheit, sondern auch eine Energie-Einsparung von acht bis zehn Prozent, was sich vorteilhaft auf die maximale Reichweite auswirkt.

Bei Bedarf übernimmt der E-Transit auch die Stromversorgung auf der Baustelle.

Ford bietet für den E-Transit eine Vielzahl an Lade-Lösungen an – sei es für zu Hause, die Betriebsstätte oder für unterwegs: Es gibt sowohl eine Wechsel- als auch eine Gleichstrom-Ladefunktion. Besonders leistungsfähig ist die Gleichstrom-Schnell-Ladefunktion, deren Kapazität von bis zu 115 kW ein Aufladen des Batterie-Packs in rund 34 Minuten von 15 auf 80 Prozent ermöglicht. Auf Wunsch lässt sich der E-Transit zudem mit einem On-Board-Generator ausstatten, der auf die Batterie zugreift und maximal 2,3 kW leistet. Dieses System – eine Neuheit in Europa – kann zum Beispiel auf der Baustelle für den Betrieb von Geräten und Werkzeugen dienen, für die sonst ein eigenes Strom-Aggregat erforderlich wäre. Ziemlich praktisch, oder?

Der strombetriebene Transit liegt also voll im Trend: Denn während die Nachfrage nach Lieferfahrzeugen weltweit stark ansteigt, schaffen zugleich immer mehr Städte emissionsfreie Umweltzonen. Genau da fühlt sich der E-Transit so richtig wohl…

Fotoquelle: Ford

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