E-Bikes auf dem Prüfstand

E-Bikes auf dem Prüfstand

Kein anderes Freizeitgerät boomt momentan so wie das E-Bike. Menschen aller Altersgruppen nutzen den stromunterstützten Drahtesel, um damit ganz easy auf Berge zu kraxeln oder auch einfach nur tiefenentspannt durch die Stadt zu kurven. Mittlerweile ist bereits jedes dritte in Österreich verkaufte Rad ein E-Bike, Tendenz steigend. Nicht weniger als 750.000 E-Bikes (!) sind hierzulande schon unterwegs. Dabei sind die Dinger für gewöhnlich alles andere als billig. Was uns auch schon zur Kernfrage führt: Was taugt denn so ein Fahrrad um mehrere tausend Euro nun wirklich?

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat versucht, darauf eine Antwort zu finden. Dazu haben die dortigen Experten zwölf Räder genauer unter die Lupe genommen. Und siehe da: Fünf davon leisteten sich gravierende Sicherheitsmängel, zwei Produkte fielen bei der Standardprüfung zur Brandsicherheit überhaupt durch!

Der E-Bike-Test des VKI brachte durchaus überraschende Ergebnisse.

Zu den Fakten: Der Richtpreis der Test-Bikes lag zwischen 2.300 und 3.500 Euro, also durchaus im gehobenen Preissegment. Geprüft wurden die Räder sowohl im Labor (20.000 km-Dauertest, Schadstoffe, Brandsicherheit etc.) als auch in einem ausführlichen Praxistest. Dabei konnten die Kandidaten in vielfacher Hinsicht überzeugen, ob nun in puncto Reichweite, Fahrverhalten oder Komfort – auch wenn es in manchen Bereichen, etwa der Fahrstabilität oder der Verarbeitung, schon in der Praxis zu größeren Unterschieden kam. Aber erst im Labor wurden die gravierenden Mängel einiger E-Bikes offenkundig: Bei drei Rädern wurden nach dem Dauertest über 20.000 Kilometer Anrisse festgestellt, und zwar am Steuerrohr (Qwic), an der Sattelstützenklemmung (Fischer) und am Rahmenrohr im Bereich der Akkuaufnahme (Flyer). Diese Räder erhielten folglich nur eine „wenig zufriedenstellende“ Bewertung. Zwei der teuersten Räder im Test, jene von Kalkhoff und Kettler, offenbarten aber ein noch schwerwiegenderes Problem: Sie fielen bei der Standardprüfung zur Brandsicherheit durch und wurden folglich mit „nicht zufriedenstellend“ bewertet. Bei einem der Räder geriet das Steckergehäuse am Ladegerät in Brand, beim anderen jenes beim Akku. Vom Kauf oder der Verwendung dieser Räder rät der VKI daher dringend ab. Aber immerhin: Vier der zwölf E-Bikes machten im Test eine recht gute Figur, als Sieger ging das Produkt von KTM hervor.

Das Ranking:

1) KTM Macina Tour 510 US, Richtpreis € 3.000,-, Note gut

2) Stevens E-Courier PT5, € 3.000,-, gut

3) Pegasus 20-17-3102, € 3.100,-, gut

4) Raleigh Kent 9, € 3.000,-, gut

5) Falter E 9.8 KS Wave 2020, € 3.000,-, durchschnittlich

6) Winora Sinus i9, € 2.800,-, durchschnittlich

7) Kreidler Vitality Eco 7, € 2.900,-, durchschnittlich

8) Fischer Cita 6.0i, € 2.300,-, wenig zufriedenstellend

9) Flyer Gotour 6, € 3.500,-, wenig zufriedenstellend

10) Qwic Premium i MN7+, € 2.950,-, wenig zufriedenstellend

11) Kalkhoff Endeavour 5.S Move, € 3.100,-, nicht zufriedenstellend

12) Kettler Paramount 10G, € 3.500,-, nicht zufriedenstellend

Unser Fazit: Augen auf beim E-Bike-Kauf! Wer soviel Geld investiert, sollte sich vorab umfassend informieren. Der Kaufpreis lässt jedenfalls nicht immer auf die Qualität schließen.

Die ausführlichen Testergebnisse plus eine Erhebung zu E-Bike-Versicherungen findet man in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift KONSUMENT sowie unter www.konsument.at.

Fotoquelle: Michael Rieperdinger – stock.adobe.com; RioPatucaImages – stock.adobe.com

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