E-Autos werden immer wirtschaftlicher

E-Autos werden immer wirtschaftlicher

Elektroautos sind doch viel zu teuer, das rechnet sich niemals! Ein häufig gehörtes Argument gegen die Anschaffung eines Stromers, das noch vor gar nicht langer Zeit durchaus seine Berechtigung hatte. Doch das hat sich geändert, wie der aktuelle „Car Cost Index 2020“ des Fuhrpark-Spezialisten LeasePlan beweist – und das sind sicher penible Rechner.

Der „Car Cost Index“ erhebt die monatlichen Unterhaltskosten (Treibstoff, Wertverlust, Steuern, Versicherung, Instandhaltung) für Fahrzeuge aller Klassen in 18 europäischen Ländern. Und die jüngste Auflage der Untersuchung zeigt, dass mittelgroße Elektrofahrzeuge in den meisten untersuchten Ländern kostenmäßig bereits konkurrenzfähig mit klassischen Verbrennern sind – so auch in Österreich. Und das trotz der nach wie vor deutlich höheren Anschaffungskosten eines Stromers. Konkret liegen die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben für E-Autos hierzulande – noch ohne Berücksichtigung staatlicher Förderungen – bei 718 Euro und damit um gut 130 Euro niedriger als noch im Vorjahr, wo die Erhebung 854 Euro ergab.

Berücksichtigt man auch die Förderungen, sinken die monatlichen Kosten von E-Autos sogar unter jene von Verbrennermodellen.

Im Vergleich dazu liegen die durchschnittlichen monatlichen Gesamtbetriebskosten für Benziner bei 685 Euro und für Dieselfahrzeuge bei 672 Euro. Die Fahrkosten für Elektrofahrzeuge sind also bereits ohne Berücksichtigung staatlicher Subventionen konkurrenzfähig zu klassischen Verbrennern. Bezieht man die Förderungen mit ein, so reduzieren sich die monatlichen Kosten auf rund 614 Euro, womit der Betrieb von E-Autos schon heute deutlich wirtschaftlicher ist als jener herkömmlicher Pkw. Mit der temporär verfügbaren Investitionsprämie reduzieren sich die Kosten sogar noch weiter.

„Unsere Analysen zeigen: Steuerliche Vorteile und Förderungen bringen einen klaren Anreiz, um auf E-Mobilität umzusteigen. Sie vergünstigen Elektrofahrzeuge deutlich und machen sie teilweise bereits wirtschaftlicher als klassische Verbrenner. Wichtig ist nun, auch die notwendige Ladeinfrastruktur weiter auszubauen, um diese positiven Entwicklungen nicht zu bremsen“, sagt LeasePlan Österreich-Geschäftsführer Hessel Kaastra.

Im Europa-Vergleich ist man mit einem Elektroauto in Österreich relativ günstig unterwegs.

Apropos Förderungen: In Österreich werden Elektroautos im nächsten Jahr mit insgesamt 40 Mio. Euro gefördert. Das gab Umwelt- und Verkehrsministerium Leonore Gewessler bekannt. In den Jahren 2019 und 2020 standen – zusammen mit den Autoimporteuren – 93 Mio. Euro zur Verfügung. Diese Fördermittel sind mittlerweile fast zur Gänze ausgeschöpft. In der Coronakrise hatte die Regierung die Förderung pro E-Auto von 3.000 auf 5.000 Euro aufgestockt. Und das zeigt Wirkung: Die im September 2020 neu zugelassenen 1.946 E-Pkw entsprachen bereits rund neun Prozent aller neu zugelassenen Pkw in Österreich. Und das, obwohl der Neuwagenmarkt im Vormonat generell wieder den Vorwärtsgang eingelegt hat: Nach einem Minus von 19 Prozent im August kletterten die EU-weiten Neuzulassungen im September um drei Prozent. In Österreich wurde mit plus fünf Prozent sogar ein überdurchschnittliches Wachstum erzielt.

Erschwingliche Elektromodelle wie der neue Dacia Spring Electric senken das Preisniveau der Stromer.

Und in weiten Teilen Europas zeigt sich ein eindeutiger Trend: Der Absatz von Elektroautos boomt, die Marktanteile erreichen neue Rekordwerte. Im September hatte fast jeder neunte Neuwagen in den größten fünf Märkten in Europa (Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien) einen elektrifizierten Antrieb, der Marktanteil betrug 10,6 Prozent. Insgesamt kletterte der Absatz von Elektroautos in den Top-5-Märkten um 199 Prozent, was knapp einer Verdreifachung entspricht. Die höchsten Zuwachsraten gab es in Deutschland (plus 260 %) und Italien (plus 225 %). Die höchsten Marktanteile erzielten Elektroautos im September in Österreich (8,8 %), Deutschland (8,0 %) und Großbritannien (6,7 %).

Elektroautos werden nicht nur immer fescher (im Bild Renaults Studie Mégane eVision), sondern zugleich auch wirtschaftlicher.

In den kommenden Monaten werde sich der Trend in Richtung Elektromobilität weiter verstärken, ist Gerhard Schwartz vom Beratungsunternehmen Ernst & Young Österreich überzeugt: „Die staatlichen Unterstützungen beim Kauf von Elektroautos sind in vielen Ländern inzwischen enorm. Gerade für Dienstwagenfahrer in Österreich sind Elektroautos dank dem entfallenden Sachbezug hochinteressant. Das kurbelt die Nachfrage an. Zudem haben die Hersteller ein großes Interesse, viele elektrifizierte Neuwagen unters Volk zu bringen, um ihre CO2-Ziele zu erreichen.“ Und während elektrifizierte Antriebe boomen, gerät vor allem der klassische Otto-Motor unter Druck: So sank im September der Absatz von Neuwagen mit Benzinmotor in den Top-5-Märkten um 21 Prozent, die Zahl der neu zugelassenen Pkw mit Dieselmotor ging um 16 Prozent zurück.

Fotoquellen: LeasePlan, Dacia, Renault

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