Die elektrische Insel

Die elektrische Insel

Schon mal was von Astypalea gehört? Nein? Nicht verwunderlich, handelt es sich dabei doch um eine kleine griechische Insel mit gerade mal 1.300 Einwohnern. Das Eiland in der südlichen Ägäis ist wenig bekannt. Das dürfte sich jedoch bald ändern. Denn kein geringerer als der Volkswagen-Konzern, der mehr als 500 mal so viele Mitarbeiter hat wie Astypalea Einwohner, hat die beschauliche Insel als Schauplatz für ein Leuchtturm-Projekt auserkoren: Die Insel soll nämlich Modellregion für klimaneutrale Mobilität werden. Heißt im Klartext: Das komplette Verkehrssystem soll auf E-Fahrzeuge und regenerative Energien umgestellt werden. Das haben der VW-Konzern und Griechenland vereinbart. Das Projekt hat zunächst eine Laufzeit von sechs Jahren.

Das künftige "Smart Green Island" Astypalea hat gerade mal 1.300 Einwohner und ist in etwa so groß wie Linz.

Im Mittelpunkt des ehrgeizigen Vorhabens steht ein völlig neues, hochmodernes Verkehrssystem mit smarten Mobilitätsdiensten wie einem ganzjährig arbeitenden, elektrischen Ride-Sharing-Dienst für den öffentlichen Verkehr, der den heute noch sehr begrenzten Busverkehr attraktiver machen soll. Nutzbar ist er sowohl für Einwohner als auch für Touristen über eine Mobilitäts-App. Zusammen mit lokalen Partnern wird zudem ein Teil der traditionellen Fahrzeugvermietung in ein Car-Sharing umgewandelt, das neben Elektroautos auch E-Roller der VW-Konzernmarke Seat sowie E-Bikes anbietet. Allein dadurch soll die Fahrzeugflotte auf der Insel deutlich reduziert werden. Insgesamt sollen die rund 1.500 Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren durch rund 1.000 Elektrofahrzeuge ersetzt werden. Auch Nutzfahrzeuge der lokalen Wirtschaft sowie Behördenfahrzeuge – Polizei, Krankenwagen und der Fuhrpark des öffentlichen Sektors – sollen elektrifiziert werden. Volkswagen wird zudem auf der gesamten Insel Wallboxen installieren, um eine umfassende Ladeinfrastruktur zu gewährleisten. Der Strom wird vorwiegend aus lokal erzeugter, regenerativer Solar- und Windenergie kommen.

Astypalea hat eine Fläche von knapp 100 Quadratkilometern und ist damit in etwa so groß wie Linz.  Die Insel verfügt derzeit nur über ein sehr eingeschränktes öffentliches Verkehrsangebot mit zwei Bussen, die nur einen kleinen Teil der Insel bedienen. Gegenwärtig wird der Energiebedarf fast vollständig aus fossilen Energiequellen gedeckt. In Zukunft soll die Insel auch eine Vorreiterrolle für nachhaltigen Tourismus übernehmen.

Auf der wunderschönen griechischen Insel sollen künftig nur mehr elektrisch betriebene Fahrzeuge unterwegs sein.

„Unser langfristiges Ziel ist eine klimaneutrale Mobilität für alle. Und mit dem Astypalea-Projekt werden wir herausfinden, wie diese Vision schon heute erreicht werden kann. E-Mobilität und intelligente Mobilitätsdienste werden die Lebensqualität verbessern und zugleich einen Beitrag zu einer CO2-neutralen Zukunft leisten“, schildert VW-Konzernchef Herbert Diess. Auch der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis zeigt sich sehr zuversichtlich: „Ich glaube fest an solche Partnerschaften. Regierungen können nicht alleine alle Erwartungen erfüllen und die Privatwirtschaft hat auch nicht die Antwort auf jede Frage.“

Fotoquellen: milangonda – stock.adobe.com, harisvithoulkas – stock.adobe.com; Grafik: Volkswagen

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