Der Zug der Enten

Der Zug der Enten

Es ist ein vollkommen neuartiges Fahrzeugkonzept, mit dem ein deutsches Startup die Logistikbranche „grüner“ machen will: Der „Ducktrain“, zu deutsch „Entenzug“, wurde speziell für die so genannte letzte Meile konzipiert, die in der Zustellkette nach wie vor das größte Problem darstellt. Mangels geeigneter Alternativen erfolgt die Logistik dort nämlich nach wie vor nahezu komplett mit benzin- oder dieselbetriebenen Transportern. Das Ergebnis: Vor allem in der Stadt beeinträchtigen Luftverschmutzung, Staus und konstant hohe Lärmpegel die Lebensqualität massiv. Und das Ganze ist auch noch teuer: Die Auslieferung von Paketen und Gütern auf der letzten Meile verursacht mehr als 50 Prozent der gesamten Logistikkosten, wie Christian Müller, CEO des Ducktrain-Investors EIT InnoEnergy, betont: „Um dieses Problem zu lösen, bedarf es innovativer, nachhaltiger und maßgeschneiderter Lösungen wie den Ducktrain.“

Der Ducktrain besteht aus bis zu fünf einzelnen, sehr kompakten Elektrofahrzeugen.

Doch wie darf man sich diesen „Entenzug“ vorstellen? Zunächst ist der Ducktrain deutlich kompakter als konventionelle Lieferfahrzeuge. Er besteht aus bis zu fünf leichten Elektrofahrzeugen, die miteinander gekoppelt sind und das Ladevolumen eines herkömmlichen Transporters in die Städte befördern. Im Zustellbezirk vereinzelt sich der Ducktrain auf den letzten 10 bis 500 Metern und einzelne Ducks bringen die Pakete zur Haustür. Der Ducktrain lenkt und fährt dabei selbstständig, indem er automatisch dem Zusteller folgt, der entweder zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist. Weil die nur einen Meter breiten Fahrzeuge auch Radwege nutzen können und selbst zwischen Pollern hindurchpassen, nutzen die „Entenzüge“ das begrenzte Platzangebot in den Innenstädten optimal aus. Zugleich wird die Zustellung deutlich effizienter, da weniger Zeit verloren geht etwa durch Parken, lange Wegstrecken oder Staus.

Lautlos und emissionsfrei schlängelt sich der Entenzug selbst durch engste Gassen.

Klingt doch perfekt, oder? Doch wie realistisch ist das Ganze? Nun, der Ducktrain ist gar nicht mehr so weit vom Serieneinsatz entfernt wie man vielleicht glauben möchte. Mehr als 1,5 Mio. Euro hat das gleichnamige Startup-Unternehmen bereits von Investoren eingesammelt, und selbst das deutsche Verkehrsministerium fördert den Ducktrain als „wirtschaftlich und ökologisch zukunftsweisendes Projekt“. Die ersten Testfahrten auf öffentlichen Straßen sind noch im Frühjahr 2021 geplant.

Noch im Frühjahr sollen erste Testfahrten auf öffentlichen Straßen stattfinden.

Das Potenzial der Entwicklung ist dabei enorm, wie Ducktrain-Geschäftsführer Kai Kreisköther vorrechnet: „Mit unserer Technologie sind jährlich Einsparungen von über fünf Milliarden Euro in der Paketbranche in Europa möglich. Gleichzeitig würde der Ducktrain dabei mehr als 60 Millionen Tonnen CO2 vermeiden.“

Eigentlich erstaunlich, wozu Enten in der Lage sind…

Wie sich der Ducktrain durch die Stadt schlängelt, seht ihr in diesem Video: https://youtu.be/OpC5a1sFk0k

Fotoquelle: Droiddrive GmbH

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