Der lange Weg zum Highspeed-Laden

Der lange Weg zum Highspeed-Laden

Sie ist nach wie vor eine der großen Schwachstellen von Elektroautos: die lange Ladedauer. Während ein Verbrenner-Tank locker in fünf Minuten wieder vollgemacht ist, spricht man bei den Stromern eher von Stunden. Zwar finden die meisten Ladevorgänge in der Regel über Nacht zu Hause oder tagsüber am Arbeitsplatz statt, wo der Faktor Zeit keine große Rolle spielt. Auf der Langstrecke hingegen zählt jede Minute – nach einer kurzen Pause sollte das Auto schon wieder bereit für die nächste Etappe sein.

Der neue Audi e-tron Sportback: ein langstreckentauglicher Stromer?

Die Ladedauer also als Killerargument gegen die Anschaffung eines E-Autos? Für den einen oder anderen potenziellen Kunden mit Sicherheit. Deshalb tüfteln weltweit Experten mit Hochdruck an Lösungen, die die Ladegeschwindigkeit spürbar erhöhen. Den Technikern bei Audi scheint nun ein großer Schritt in dieser Entwicklung gelungen zu sein. So soll der Audi e-tron im Idealfall in zehn Minuten 110 km Reichweite „aufnehmen“ können, nach nur 45 Minuten ist der Akku (95 kWh) bis oben hin voll, verspricht der Hersteller. Wer etwas von Elektroautos versteht, der weiß diese Werte zu schätzen.

Die einzigartige Ladekurve ist das Geheimnis hinter Audis Highspeed-Ladung.

Doch was ist den Ingolstädtern eingefallen? Nun, eigentlich ist die Lösung simpel: Sie pressen über einen möglichst großen Teil des Ladezyklus die Höchstleistung (bis zu 150 kW) in die Batterie hinein. No na, könnte man jetzt sagen. Doch so einfach ist die ganze Sache dann doch wieder nicht. Denn normalerweise würde jeder Akku bei einer solchen Powerladung hoffnungslos überhitzen und vermutlich irreparablen Schaden davontragen. Darum laden Elektroautos üblicherweise auch nur kurze Zeit mit maximaler Leistung und regeln dann herunter.

Nur ein „gechillter“ Akku lädt schnell

Die eigentliche Glanzleistung der Audi-Ingenieure ist also ein ausgefeiltes Thermo-Management, das eben genau dieses Überhitzen des Lithium-Ionen-Akkus verhindert. Und das Adjektiv „ausgefeilt“ ist in diesem Fall wahrlich nicht übertrieben.

Ein ausgeklügeltes Kühlsystem schützt den Lithium-Ionen-Akku vor Überhitzung.

Eine Flüssigkeitskühlung sorgt dafür, dass sich die Batterietemperatur auch bei hoher Belastung im optimalen Wirkungsbereich von 25 bis 35 Grad Celsius bewegt. In insgesamt 40 Metern Kühlleitung zirkulieren nicht weniger als 22 Liter Kühlmittel. Herzstück des Kühlsystems sind aber die Strangpressprofile – optisch vergleichbar mit einem Lattenrost – die von unten an das Batteriesystem geklebt sind. Ein neu entwickelter, wärmeleitfähiger Klebstoff verbindet die Kühleinheit mit dem Batteriegehäuse. Den Kontakt zwischen Gehäuse und den darin platzierten Zellmodulen stellt wiederum der sogenannte Gap-Filler her – ein wärmeleitfähiges Gel, das die entstehende Abwärme der Zellen gleichmäßig über das Batteriegehäuse in das Kühlmittel leitet. Coole Sache, nicht wahr?

Fotoquelle: Audi

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