Ape auf postmodern

Ape auf postmodern

Wer kennt ihn nicht, den quirligen dreirädrigen Kleintransporter, der in Italiens Stadtzentren mindestens so allgegenwärtig ist wie die Lederhose am Münchner Oktoberfest? Richtig, wir sprechen von der Ape, dem kultigen „Moped-Pickup“ von Piaggio, der mit seinem stressig-ratternden Gehabe, zugleich aber scheinbar unerschütterlicher Gelassenheit der absolute Inbegriff unserer südlichen Nachbarn ist. Die Ape, zu deutsch Biene, was offenbar auf ihre Bestimmung als Arbeitstier hinweisen soll, ist die Schwester der Vespa und wird seit 1947 gebaut. In dieser langen Zeit hat sie sich zweifelsohne einen gewissen Legendenstatus erworben.

Falls jetzt die Frage auftaucht, warum wir hier über ein Spuckerl aus der Nachkriegszeit schwafeln, das mit alternativen Antrieben nicht wirklich viel am Hut hat: Nun, es gibt neuerdings ein Fahrzeugkonzept aus Deutschland, das auf den ersten Blick doch frappant an die gute alte Ape erinnert – nur halt an eine postmoderne Version davon. Ja, und es hat vier statt drei Räder.

Neben dem Cargobike "Pick-up" gibt es auch die zweisitzige Passagier-Variante "Duo". Vorerst leider nur in Deutschland.

Schlicht und einfach „Pick-up“ nennt sich das elektrische Cargobike des Nürnberger Start-ups Bio-Hybrid, und der Firmenname führt zugegebenermaßen etwas in die Irre. Denn ein Hybrid im Sinne von Verbrenner-Elektro-Kombination ist der „Pick-up“ keineswegs. Viel eher ein E-Bike mit ordentlich Stauraum. Sauber, leise und kompakt. Das überdachte Pedelec mit elektrischer Antriebsunterstützung und offener Ladefläche spricht eine breite Käuferschicht an: Private, Unternehmen, Vereine und kommunale Betriebe sowie nicht zuletzt trendbewusste Mobilitäts-Pioniere, die sich nach einem neuen, umweltfreundlichen Fahrzeug sehnen – mit dem nötigen Platz für ihre Transporte: ein elektrisches Lastenfahrrad auf vier Rädern. „Der Pick-up bietet unendlich viele Einsatzmöglichkeiten für unterschiedlichste Zielgruppen. Familien oder moderne Lieferdienste sind nur zwei der wichtigen Käufergruppen, die wir damit ansprechen wollen“, schildert Gerald Vollnhals, Geschäftsführer der Bio-Hybrid GmbH. Der „Pick-up“ darf ohne Führerschein ganz normal auf Radwegen gefahren werden.

Das Pedelec ist zudem üppig ausgestattet: portable Batterie, Ladegerät, LED-Lichtsystem, Blinker, vollgefedertes Fahrwerk, hydraulische Scheibenbremsen, 5-Zoll-Multi-Touch-Display, 4G- und GPS-Integration, USB-Ladeport sowie eine Navigation mit topologiebasierter Reichweitenberechnung. Na bumm! Die Ladefläche besteht in der „Pionier-Edition“ aus einem Relingaufbau mit einer Hecktür und einem Wandset. Die schlechte Nachricht: Vorerst ist der „Pick-up“ nur in Deutschland erhältlich. Ausgeliefert wird ab September zum Einführungspreis von 11.390 Euro brutto. Weiteres Zubehör ist in Planung, etwa Ausstattungsergänzungen für einen sicheren Kindertransport, Hundekörbchen oder auch Features für Food-Delivery.

Kostenpunkt für das E-Bike mit Ladefläche: 11.390 Euro. Weitere Modellvarianten, etwa für Handwerker und Paketdienste, folgen.

Übrigens: Wer statt Lasten- eher auf Personentransport aus ist, für den gibt es die Modellvariante „Duo“ mit zwei Sitzplätzen. Und auch schon in den Startlöchern: Der Bio-Hybrid „Work“ sowie der „Box“. „Work“ ist eine besonders robuste Variante des „Pick-up“ mit speziellen Aufbauten für Handwerker, Landschaftspfleger und viele mehr, die Werkzeuge oder andere Arbeitsgeräte transportieren möchten. Die Variante „Box“ mit geschlossener Ladefläche wiederum ist eine smarte Lösung für Kurier-, Express- und Paketdienste, die auf eine CO2-neutrale Lieferung setzen.

Fotoquelle: Bio-Hybrid GmbH

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